Montag, 27. Dezember 2010

DIE ZEIT ZWISCHEN DEN JAHREN

 Die Hektik der Vorweihnachtszeit ist Vergangenheit. Auch Mütter und geschäftige Hausfrauen dürfen sich nun etwas Entspannung leisten – nach Möglichkeit am (und im) eigenen Schwimmbecken. Laut Statistik hat Johannesburg die weltweit größte Anzahl privater Swimming-Pools; ich vermute, dicht gefolgt von Pretoria....

Teerose "Madiba"


Zum Abendessen legt man schnell ein paar Würstchen oder Fleischstücke auf den gemauerten Grill.

Ein solches „Braaivleis“ gehört  zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Südafrikaner und ist fester Bestandteil ihrer Kultur.   Gegrillt wird zu jeder Jahreszeit.



Welche Farbe wollen wir nehmen?
Vielleicht sind die entfernt lebenden Großeltern auf Besuch gekommen. Überfüllte Autobahnen und genervtes Personal in den Urlaubshochburgen wollten sie ebenfalls vermeiden. Und so hat man sich auf einige geruhsame Tage in der Stadt eingestellt, die ohnehin fast ländliche Züge angenommen hat: Es fehlen die üblichen Staus an den Kreuzungen, die Hupkonzerte der Sammeltaxen, die waghalsigen Überholmanöver. Entspannt erreicht die Autofahrerin ihr Ziel – vielleicht einen städtischen Park zum Picknicken. Oder eines der zahlreichen Einkaufszentren – keine schlechte Wahl an einem vor Hitze flimmernden Gautenger Sommertag!


Diese „Malls“ sind kundenfreundlich angelegt – d.h., man findet in regelmäßigen Abständen Bänke, Sofas (!) oder auch den Rand eines Springbrunnens zum Ausruhen. Und kann dabei vielleicht zusehen, wie eine wunderschöne Fee das willig dargebotene Gesicht der kleinen Enkelin mit gaukelnden Schmetterlingen oder kunstvollen Schnörkeln verziert.  Diese Geduld hätte man dem kleinen Wildfang gar nicht zugetraut...

Freitag, 24. Dezember 2010

WEIHNACHTSGRÜSSE

                              
Ich wünsche allen meinen Lesern , ob solo oder mit Familie, ein friedliches, besinnliches Weihnachtsfest
mit vielen Momenter echter Freude - auch wenn es sich nur um einen freundlichen Telefonanruf handelt - sowie Gottes Segen für das neue Jahr!

Clara

P.S.  So sah es bei uns letztes Weihnachten aus.


Wer traurig ist, möge es mit Peter Rosegger halten:

     Wenn Du recht schwer betrübt bist, daß Du meinst, kein Mensch auf der Welt könne Dich trösten, so tue jemand etwas Gutes, und gleich wird's besser sein.

(Diesen Spruch hatte mir einst eine Lehrerin in mein Poesiealbum geschrieben.  Im Laufe der Jahre wurde er zu meinem Lebensmotto.  Ich kann daher aus Erfahrung sagen:  Er funktioniert!)

Mittwoch, 22. Dezember 2010

EIN GESCHENK IN LETZTER MINUTE...

In zwei Tagen ist Heiligabend! Fehlt noch ein kleines Geschenk oder Mitbringsel? Wie wäre es mit einem selbst hergestellten Cappuccino-Likör?


Er schmeckt einfach wunderbar! Und die Zutaten haben Sie vielleicht sogar auf Vorrat im Haus. Ansonsten ist nur ein wenig Geduld und Zeit erforderlich; tatsächlich – nur ein bißchen.

Zutaten

3 Stückchen* weiße Schokolade
1 Stück Milchschokolade
90 g Zucker
30 ml verschlagenes Ei**
200 g Sahne
30 ml (2 Eßlöffel) frisch aufgebrühter, starker Kaffee
125 g Whiskey

Und so geht’s:

100 ml Sahne abmessen. Schokolade und Zucker bei mäßiger Hitze und unter ständigem Rühren in der Eier-Sahne-Masse schmelzen lassen. Restliche Sahne, Whiskey und den Kaffee zugießen. Und nun kommt der geduldige Teil: So lange weiterrühren, bis die Flüssigkeit BEGINNT, etwas dickflüssiger zu werden. Dann sofort von der Herdplatte nehmen. Nicht kochen lassen! (Hin und wieder die Flüssigkeit über einen Löffelrücken rinnen lassen. So erkennt man, wie sich die Konsistenz verändert).***

*     Gemeint sind die kleinen Vierecke (meist vier pro Reihe)
**   Da Eier in verschiedenen Größen erhältlich sind, ist die Angabe in ml zuverlässiger
*** Wer einen Koch-Thermometer besitzt, muß lediglich darauf achten, daß die Temperatur nicht höher klettert als 90°C.

Gutes Gelingen!

Fotos:
1 - Die Blütenfarbe dieser Canna reichen von zartem Gelb bis hin zu Aprikose. 
2 - Minka beim Ausspannen.  Ist ja auch zu strapaziös, der Katzenalltag....
3 - Hibiskus























Sonntag, 19. Dezember 2010

GARDINENPREDIGT

In Südwestdeutschland, meiner Heimat, würde man dazu sagen: "Jemandem die Leviten lesen." Dies passierte mir gestern Abend.

Als wir vor einigen Jahren Zimbabwe verließen, da blieb der freundschaftliche Kontakt zu unserer Kindergärtnerin dort bestehen. Zunächst über Briefe; manchmal wurden auch kleine Päckchen versandt - die ältere Dame liebte Belgische Schokolade über alles! 

Später holte der in Südafrika lebende Sohn die Mutter in seine Nähe, in ein Altersheim in Johannesburg, und somit wurde es auch für uns möglich, ihr hin und wieder einen Besuch abzustatten.

Seit dem Heimgang unserer Tochter erhalte ich im Rhythmus von etwa drei Wochen einen tröstlichen Telefonanruf von der betagten Lehrerin.  Meist erinnert sie mich an die Jahre in Zimbabwe und daran, daß ich eine ihrer „besten Mamas“ war.

Der gestrige Anruf gestaltete sich anders als erwartet und begann wie folgt: „...was mir seit unserem letzten Gespräch auf der Seele lastet....Sie haben gesagt, dieses Jahr gäbe es kein Weihnachten für Sie. Also – das geht nicht! Sie müssen doch das Christuskind willkommen heißen! Wissen Sie noch, wie Sie damals in Zimbabwe die Wohnung geschmückt, Kekse und Kuchen und Lebkuchenhäuschen gebacken haben? So, und am Montag fangen Sie damit an! Wäre dies möglich, dann würde unser Mädchen Ihnen das gleiche sagen!“

Yes, Ma’am! Der Anruft ließ mich etwas sprachlos, aber die mütterliche Frau hatte ja recht...



Zwar kann ich mich trotzdem nicht dazu aufraffen, die Kartons mit Weihnachtsschmuck auszupacken - aber die Hefte mit den Backrezepten habe ich mal hervorgeholt...

Samstag, 18. Dezember 2010

STANLEY

Wenn sich die professionelle Arbeitswelt zur großen Ruhepause zurückzieht, beginnt für Stanley die Hochsaison.

Der stolze Zulu ist Anstreicher und „Handyman“, was soviel bedeutet wie „Mädchen für alles.“ Auf diese Bezeichnung legt er  großen Wert, denn man soll wissen: Gilt es eine Dachrinne zu reparieren, tropft der Wasserhahn oder klemmt die Tür – Stanley bringt es wieder in Ordnung.

Seine Kunden findet er auf den Parkplätzen der zahlreichen Einkaufszentren, und er geht dabei recht geschickt vor. Sein Auftreten ist zurückhaltend, würdevoll.  Einen Abstand von ein oder zwei Schritten einhaltend, stellt er sich höflich einer Autofahrerin vor, die gerade ihren Wagen geparkt hat – oder dabei ist, einzusteigen. Besonders gerne wendet sich Stanley an die älteren Damen; weiß man doch, daß hier manchmal der Mann im Haus fehlt!

Wenn er auch auf einem Auge blind ist – der alte Herr ist erstaunlich rüstig. Hin und wieder begegne ich ihm auf einem Parkplatz. Dann freut er sich, wenn ich mich an seinen Namen erinnere, und auch daran, daß er ein Handyman ist.

Mit dem heutigen Tag ist er zufrieden. Soeben hat er den Auftrag erhalten, ein Hausdach gegen die Nässe abzudichten!

 
 
 








Bougainville-Blüte




Canna Confetti -  
So prächtig blühte sie!  Dannach kam ein zweitägiger, flutartiger  Dauerregen, und nun hängen die Blütenblätter zerfledert auf den Stängeln...








Mittwoch, 15. Dezember 2010

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (2)

Während seiner sieben Jahre in Deutschland hatte meine südafrikanische Ehehälfte völlig vergessen: Nicht nur die Lerninstitute schließen ihre Pforten. Auch die Arbeitswelt steht still.

Nun ja - zumindest offiziell. Denn wer renovieren möchte, hat vorgesorgt. Baumaterial etc. wurde schon vor Wochen besorgt - schon im November können Engpässe auftreten – und um Handwerker oder Helfer hat man sich ebenfalls gekümmert.

Denn mit Beginn der Schulferien entlassen auch Großhandelslager, Fabriken und Fertigungsbetriebe aller Art ihre Belegschaft in den wohlverdienten Jahresurlaub. Wer Dienstpersonal oder Gartenhelfer beschäftigt, muß nun einige Wochen ohne deren Hilfe auskommen (oder sich ebenfalls frühzeitig eine Vertretung suchen); die Männer und Frauen wollen nun Zeit mit ihren Familien auf dem Land verbringen.

Man selbst hat natürlich ebenfalls Urlaubspläne. Beliebt ist ein Aufenthalt im Kapgebiet, oder an der Küste des Indischen Ozeans. Oder es werden Verwandte aus Übersee erwartet, und Sohn oder Tochter – schon lange in Kanada oder Australien ansäßig – kommen mit ihren Familien auf Besuch.

Übrigens – das neue Zimmer entstand dann an den Wochenenden und Feiertagen des neuen Jahres.

Foto: Die Hausfrau hatte ihre Perle Martha in den nahen Supermarkt geschickt, um die Tageszeitung zu kaufen. Das Säckchen mit Flaschenkürbissen war ein gutes Angebot; Martha kaufte es für ihre eigene Familie in Mamelodi. (Trabantenstadt bei Pretoria).

Foto oben:
Weißer Agapanthus

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (1)

So geschehen vor einigen Jahren...

Die Großen Ferien standen vor der Tür. Auch die Firma, bei der mein Mann beschäftigt war, würde wie üblich ihre Tore schließen.

Während der kommenden Ferienzeit sollte ein Projekt in Angriff genommen werden, das jedem Familienmitglied am Herzen lag: Wir benötigten dringend ein zusätzliches Zimmer. Die Pläne waren fertiggestellt, die Einkaufslisten geschrieben.


Wartet auf brave Jungs und Mädchen:  Weihnachtsmann in einem Kaufhaus.


Bereits am Morgen des ersten Urlaubstages machte sich unser Haushaltsvorstand auf den Weg, um die verschiedenen Baumaterialien zu besorgen. Sein erstes Ziel war ein Baumarkt in Johannesburg, bekannt für ein gut sortiertes Lager.  Außerdem wollte er Fachgeschäfte in Pretoria und Umgebung aufsuchen.  Mit seiner Rückkehr war erst am Spätnachmittag zu rechnen.

Jedoch – schon um die Mittagszeit verkündete Leila’s Bellen: Herrchen ist wieder da!

Oh nein - gab es wieder einmal Probleme mit unserem hochbetagten Pick-up?
Ich lief zur Einfahrt. Auf der Ladefläche lagen nur wenige Einkäufe – dagegen eine große Enttäuschung auf dem Gesicht des Fahrers.

Was war passiert?

Jener Baumarkt in Johannesburg, sowie einige der Adressen in Pretoria, hatten geschlossen –bis Mitte Januar!
(Fortsetzung folgt)

Nicht geschlossen: Ein Fotofachgeschäft. Und mit den Farben der Firma ganz auf Weihnachten eingestellt!

Samstag, 11. Dezember 2010

LEILA'S HUNDELEBEN

     'ne Wurststange hätt' sie mir   mitgebracht, sagt sie.  Das wäre wie eine Wurst - nur gesünder.....


















Die halte ich mir lieber auf Vorrat...








Bloß - wo wäre ein sicheres Versteck?





Ach ja - weiß schon!      

So, verbuddelt!   Meinetwegen - mach' jetzt endlich dein Foto ...(gäähn)!                    



Donnerstag, 9. Dezember 2010

ENDLICH FERIEN (2)

..

.....Ganz im Gegensatz zu Tandi, die sich ebenfalls im ersten Schuljahr befindet. Ihr hübsches kleines Gesicht zeigt stets ein Lächeln! Auch vorhin, als sie am Tor stand, um mir eine selbstgebastelte Weihnachtskarte zu überreichen!

(P.S. In meinem Beitrag vom Juni „die WM beginnt“, bläst Tandi die Vuvuzela)



















ENDLICH FERIEN

Große Ferien! Wer konnte sich einst der Magie dieser beiden Worte entziehen? Sie zauberten Bilder von weißem Sand, Sonnenschein, Abenteuern, und verbannten den lästigen Schulalltag in weiteste Ferne...

Diese „schönste Zeit des Jahres“ beginnt in Südafrika Anfang Dezember. Schüler und Schülerinnen erwarten diese Zeit auch deshalb so sehnsüchtig, weil damit die arbeitsreichen, zermürbenden Wochen der letzten Zeit zu Ende sind:  In allen Fächern waren Klassenarbeiten zu schreiben (die sog. „Tests), die wesentlich zur Zeugnisnote beitragen. Denn das Ende des Kalenderjahres bedeutet gleichzeitig Abschluß des Schuljahres.

Allerdings – für die Zwölftklässler beginnt nun ein banges Warten. Sie schrieben in diesen Wochen „die Matrik“, den in Südafrika üblichen Schulabschluß.  Sie ist mit der Mittleren Reife vergleichbar.  Erst nach Weihnachten werden die jungen Leute erfahren, ob sie diese wichtige Abschlußprüfung bestanden haben – und mit welcher Note!

Für unsere Nachbarskinder hat es damit noch reichlich Zeit. Die schulfreien Wochen, die auf sie warten, sehen sie als ein großes Glück an! Man freut sich auf viel Zeit zum Spielen und das Wiedersehen von befreundeten Kindern.

Ich war im Garten, als der blaue Minibus eine gutgelaunte Ntuli entließ.  Etwa zur gleichen Zeit kehrten Samuel und sein kleiner Bruder von der Schule zurück. (Ein Foto? Ja, gerne....) Das Auto der Mutter ist stets gut besetzt; beginnt man die kleinen Köpfe darin zu zählen, dann ist man überrascht von der Kapazität des Kleinwagens.....


Sibeki hatte zwar nichts gegen ein Foto einzuwenden – aber Schule mag er nicht! Auch die Erinnerung an die bevorstehenden Ferien vermochten ihn nicht aufzuheitern.

(P.S.  -  Problem mit dem Ordnen der Fotos - Tandi's Geschenk stelle ich deshalb anschließend in einem Mini-Beitrag vor. )



Freitag, 3. Dezember 2010

ADVENTSZEIT

Mein erster Heiligabend in Südafrika fand am Swimming Pool statt. Eine Arbeitskollegin hatte zur „Poolparty“ eingeladen, also einer Festlichkeit am Schwimmbecken! Die kleine Gruppe deutschsprachiger Emigranten, die sich im Verlauf des vergangenen Jahres zusammengefunden hatte, fand dies zwar sehr exotisch -  aber ganz und gar „unweihnachtlich“!


Im Laufe der Jahre gewöhnte man sich – eher widerwillig - daran, daß der Advent nun einmal in die heißeste Zeit des Jahres fällt. Keine günstige Voraussetzung für den gewohnten und geliebten Adventsschmuck! Mühsam ergatterte Fichtenzweige nadelten schon nach zwei oder drei Tagen, und die schlanken Kerzen nahmen bald eine Schräglage an. Man erhielt diverse Tipps von den „Eingesessenen“, wie man solchen Pannen vorbeugen konnte. Dazu gehörte z.B., die ohnehin dürftigen Zweige gründlich mit Haarspray einzusprühen. Auf diese Weise würde einem vorzeitigen Nadellassen vorgebeugt.

Von diesem Vorschlag machte ich nur ein einziges Mal Gebrauch. Es sollte doch nach Wald und Nadelbäumen duften – nicht nach einem Frisörladen!

Und irgendwann begann ich, die Wohnung mit den Blumen, Gräsern und Zweigen des Gartens zu schmücken. Das Angebot war reichlich – schließlich war ja Sommer!

In diesem Jahr ist der Neuwuchs an einer der Akazien besonders gut für Gestecke geeignet: Die Blätter (Wedel?) zeigen ein vollständiges, ebenmäßiges Oval; nur selten weisen die Nadelreihen Lücken auf. Die jungen Zweige sind biegsam und geschmeidig; es ist einfach, damit zu arbeiten.

Foto: Canna „Confetti“, eine Blüte des Canary Creepers (Senecio tamoides), sowie junge Triebe des Chlorophytum auf Akazienzweigen. Die grünen Kugeln sind die Samenstände einer alten Hecke.

P.S. Für ein solches Gebinde ist etwas Steckmoos notwendig, denn auch die Akazienblätter würden welken ohne Wasser.

Donnerstag, 25. November 2010

ÜBERRASCHUNG IM FRÜHLING

Im Garten unseres Nachbarn befindet sich ein prächtiger Maulbeerbaum. Seine dichtbelaubten Zweige bieten vielen Vogelarten schützenden Aufenthalt. Reifen im Frühling die Beeren, dann will das Gezwitscher kein Ende nehmen; viele Vögel lieben die süßen Früchte und sorgen somit für ihre Verbreitung.  

Auch in unserem Garten wuchs ein solches Pflänzchen heran, allerdings im Schatten einer Mauer und versteckt unter den Zweigen einer Akazie – keine vorteilhafte Lage für den sonnenhungrigen Maulbeerbaum!  

 Sein Wuchs ähnelte auch eher einer Hecke. Irgendwann zeigten sich an schmächtigen Zweigen regelmäßig einige Büschel der Beeren - gerade genug, um im Vorbeigehen einige in den Mund zu stecken. Denn die Vögel hatten sich natürlich auch schon bedient.
In diesem Frühling jedoch erlebten wir eine Überraschung! Die Hecke trug einen wahren Segen der köstlichen Maulbeeren! Regelmäßig reiften neue Beeren, und fast täglich konnte ich ein Schüsselchen voll ernten. Als ich die Ernte von drei aufeinánderfolgenden Tagen im Kühlschrank aufbewahrte, entstanden sogar zwei Einweckgläser von Maulbeermarmelade!.

Allerdings - ob ich mir diese Arbeit im kommenden Jahr noch einmal mache...da bin ich mir nicht so sicher! Denn im Gegensatz zu Brombeeren  verbleibt  der Maulbeerstängel an der Frucht. Und muß natürlich entfernt werden, möchte man die Maulbeeren  verarbeiten...

Da die Rückseite der Blätter eine ausgeprägte Struktur aufweist, eignen sie sich auch vorzüglich zur Herstellung von dekorativen Schoko-Blättern: Aufgelöste Schokolade nicht zu sparsam aufpinseln, die Blätter auf Wachspapier legen und im Kühlschrank etwa eine Stunde festwerden lassen. Dann das Maulbeeerblatt vorsichtig abziehen.

Freitag, 19. November 2010

SOMMERBOTEN

Kurz nach meiner Rückkehr begann die Blüte der Shasta-Daisies. Diese prächtigen Sommermargariten künden eigentlich den nahen Sommer an; in diesem Jahr erschienen sie schon kurz nach Frühlingsbeginn!

Die Shastas mögen keine Nässe. Ein wöchentliches, gründliches Wässern genügt ihnen völlig. Wenn nach dem trockenen Winter im Frühsommer die Regenfälle beginnen, dann bedeutet dies auch das Ende ihrer „glanzvollsten“ Zeit – die Blumen lassen die Köpfe hängen, Stängel neigen sich Und auch wenn nach einigen Regentagen wieder Sonnenschein folgt – das leuchtende, fast durchscheinende Weiß der Blütenblätter kehrt nicht zurück.

Diesmal schlugen unsere Margariten dem Regen ein Schnäppchen und stellten sich schon im Frühling ein. Wie sehr waren sie mir willkommen! Ich stellte den kleinen weißen Lattentisch neben ihr Beet und trank dort die erste Tasse Kaffee des Tages. Meldeten sich Besucher an, dann schlug ich den Morgen vor, und unser Frühstück wurde begleitet von dem sanften Nicken der Blütenköpfe.

Beim Christkindl-Marktes der nahen Deutschen Schule hatte ich vor zwei Jahren Sträuße meiner Shastas angeboten. Als Abnehmer fanden sich hauptsächlich die südafrikanischen Besucher, die ihre Wohnung gerne mit Blumen schmücken – besonders in dieser festlichen Zeit. Die Großen Ferien beginnen hier Anfang Dezember; man lädt Gäste ein oder erwartet Familie aus Übersee. Die überwiegend deutschen Besucher des Marktes hatten bevorzugt kleine Gestecke aus Nadelzweigen erstanden – verständlich, erinnerten sie doch an die ferne Heimat!



Auch dieses Jahr binde ich hin und wieder einen Margaritenstrauß – als Mitbringsel oder Geschenk für liebe Besucher oder Nachbarn. Und heute nachmittag verteilte ich einige besonders große, prächtige Exemplare an die spielenden Kinder vor unserem Haus. Umgehend eilten sie davon, um die Gabe bei ihren Mamas abzuliefern!

Mittwoch, 17. November 2010

JASMIN

Bedingt durch meinen verlängerten Aufenthalt in der „Alten Heimat“ – was ich in keinster Weise bereue – verpasste ich einen Teil unseres Frühlings! Er hatte sich einen Monat zu früh eingestellt. In den Iris-Beeten, verstreut im Garten gelegen, erinnerten nur noch einige Nachzügler an vergangene Blütenpracht.

Auch die Blüte des chinesischen Jasmins (Jasminum polyanthum) war bereits Vergangenheit. Was mich weniger reute, denn die damit verbundenen Erinnerungen schmerzen sehr:

Als ich vor 21 Jahren mit meinem neuen Baby vom Krankenhaus zurückkehrte, da hatte die Blüte dieses zeitigen Frühlingsboten gerade begonnen. Wir wohnten damals noch in Johannesburg, und an der Steineinfassung des Eingangs rankte eine alte Jasmin-Hecke. Flur und Zimmer waren erfüllt von diesem Duft – welch ein Willkommensgruß für unser kleines Mädchen! Ich erwägte sogar, ihr den Namen „Jasmin“ zu geben – aber dann entschieden wir uns doch, bei dem bereits ausgewählten Namen zu bleiben. Später entwickelte Illana eine ganz besondere Vorliebe für diese Jasmin-Sorte; und sobald im August die Blüte begann, fand sich ein Sträußchen in ihrem Zimmer!

Anbei eine Aufnahme unseres Star Jasmins (Trachelospermum jasminoides), der am Eingang zur Küche rankt. Seine Blüte beginnt etwas später, so etwa Ende September, und dauert bis Ende des Sommers an – abgesehen von kleinen Ruhepausen.

Mittwoch, 3. November 2010

ILLANA - EIN NACHRUF

Unsere Tochter Illana starb am 10. Juli an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Am 18. August wäre sie 21 Jahr alt geworden.

Der Schmerz ist groß. Wie soll man ihn beschreiben? Der Pastor ihrer Gemeinde nannte ihn “einen Schmerz, der aus der tiefsten Tiefe unseres Herzens kommt.” Ich möchte hinzufügen: Es ist, als hätte man mir ein Stück meines Herzens herausgerissen. Wer ein Kind verloren hat weiß, wovon ich rede.

Wir hatten unserer Tochter viel Freiheit gelassen. Sie hat diese Freiheit weise und verantwortungsvoll genutzt. Im kommenden Januar hätte sie mit einem Jura-Studium an der hießigen Universität begonnen. Ein solches Studium hatte sie schon vor einem Jahr in Trier in Angriff genommen, sich dann aber entschieden, nach Südafrika zurückzukehren und ein solches Studium hier zu beginnen: Illana hatte Heimweh; nach uns, ihren Freunden - und Afrika. Wie sehr, entdeckten wir erst durch einen Eintrag in ihrem Tagebuch!

Auch war es nicht ihre Absicht, Rechtsanwältin mit eigener, angesehener Kanzlei zu werden, sondern sie wollte mit ihrer Ausbildung in der Entwicklungshilfe. Den Benachteiligten dieser Welt zu ihrem Recht zu verhelfen; mitzuwirken an Verbesserungen der betreffenden Gesetze - dies war ihr Wunsch.

Illana war mein “Gegenüber” gewesen - die Definition einer Freundin, und vollkommen richtig.. Wir waren so vertraut miteinander wie es eben nur Mutter und Tochter sein können. Auch deshalb fehlt sie mir sehr.

Für Illana’s “Farewell”-Gottesdienst (Verabschiedung) hatten die jungen Leute ihrer Gemeinde eine Powerpoint Presentation vorbereitet. Szenen aus ihrem kurzen Leben, die sie als kleines Mädchen, als Schüler, mit Freunden und Familie zeigten. Die Aufnahmen wurden begleitet von Abschiedsworten der betreffenden Person. Mein Gruß an sie war nur kurz: ‘Mein Lana-Mädchen - ich werde Dich so sehr vermissen. Aber ich weiß auch, dass wir uns eines Tages wiedersehen. Bis.dann - auf Wiedersehen! Deine Mama.’ (Für mich gehörte dieser Moment zu den schlimmsten des ganzen Tages)

“Auf Wiedersehen!” Der Nachruf für Illana wäre unvollständig, würde man nicht den tiefen Glauben erwähnen, der ihr junges Leben bewegte.

Unsere Kinder wurden im christlichen Glauben erzogen. Irgendwann kam natürlich der Moment, an dem sie sich persönlich entscheiden mußten, ob sie diesen Weg weitergehen wollten, oder nicht. Unser Mädchen ist mit Überzeugung diesen Weg weitergegangen. Aber auch hier zeigte uns erst ein Tagebucheintrag, wie konsequent und treu sie diese Entscheidung durchgezogen hatte - eben ganz Illana..







Ich darf mich deshalb auf ein Wiedersehen mit ihr freuen. Und wer weiß schon, wann es so weit ist. Vielleicht schneller, als ich erwarte!



Nach der Diagnose ihres Gehirnchirurgs war mein erster Gedanke: ‘Wie können Eltern dies ertragen, ohne die Gewissheit, ihr Kind eines Tages wiederzusehen??’ Die Realität der Ewigkeit war zwar kein häufiges, aber doch regelmäßiges Thema, über das ich mich mit meinen Kinder unterhalten hatte. Darüber bin ich sehr froh, denn auch für unseren Sohn war es so möglich, seine Trauer -----mit seiner Trauer entsprechend umzugehen.....

Sonntag, 4. Juli 2010

An meine Leser,

Unsere Tochter hat einen schlimmen Autounfall überlebt aber befindet sich z. Zt im Krankenhaus in einer sehr kritischen Situation.

Melde mich irgendwann wieder.

Gruß,
Clara

Freitag, 25. Juni 2010

HIGHVELD-WINTER

Gauteng – früher als „Transvaal“ bekannt – ist die kleinste von Südafrikas neun Provinzen. Sie liegt auf einer Hochebene, dem „Highveld, “ die sich tief in die angrenzende Provinz Mpumalanga hineinzieht und dann etwa 1000 Meter schroff abfällt. Als Folge davon weist das „Lowveld“ das feucht-warme subtropische Klima auf.


Anders verhält sich die Situation in Gauteng.

Foto:  Kniphofia

Mittwoch, 23. Juni 2010

YES!!

Eine Baum-Aloe war als Foto dieser Woche gedacht - sie muß nun warten!

Denn ein Ereignis ist eingetreten, das man sich zwar heftig gewünscht – aber ebenso sehr bezweifelt hatte: Bafana gewann das Spiel gegen die französische Mannschaft!

„Es wird das Spiel ihres Lebens“, stellte eine Figur des Öffentlichen Lebens heute fest. In der Tat!

Freitag, 18. Juni 2010

JA, DAS IST AFRIKANISCH!


„Ja, das ist mexikanisch...“ sang Rex Gildo vor vielen Jahren. (Womit feststeht, welcher Generation ich angehöre.....)


Gestern ertappte ich mich dabei, wie ich diese Melodie summte – aber in Gedanken hatte ich den Text etwas verändert: „Ja, das ist afrikanisch!“

Donnerstag, 17. Juni 2010

FUNDSACHEN

Freitag, 11. Juni - der sehnlichst erwartete Beginn des großen Fussballspektakels!

Die ganze Nacht hindurch hatte man vereinzelt die Vuvuselas gehört; der Lärm schien von der nahen Stadtautobahn zu kommen. Im Laufe des Morgens entdeckte ich dann die Tröten am Führerhaus einiger Brummis!



Mittwoch, 16. Juni 2010

ERSTER FROST

Die Abendnachrichten hatten davor gewarnt, daß die Nacht bzw. Der frühe Morgen den „schwarzen Frost“ bringen könne. Diese Ankündigung versetzt einen Gartenliebhaber augenblicklich in Aufregung: Was ist – noch – zu schützen?

Offziell beginnt der Winter am 21. Juni, dem Tag der Sonnenwende.

Freitag, 11. Juni 2010

DIE WM BEGINNT!


Die südafrikanische Mannschaft begann die WM mit einem Spiel gegen Mexico, im hießigen Stadion.  Am frühen Nachmittag begab ich mich in die Innenstadt, um das fröhliche Treiben im Bild festzuhalten.  Hier einige Fotos:

Donnerstag, 10. Juni 2010

NOCH 1 TAG BIS ZUM ANPFIFF!


In Spätherbst und Winter zeigen sich die Aloen von ihrer besten Seite; für viele Arten ist es die Zeit ihrer Blüte.




Tandi zeigt uns, wie man gekonnt die Kudusela bläst!  Die lärmigen Vuvuselas, die fast noch mehr als der kleine Löwe zum Symbol der hießigen Fussball-WM wurden, sind die moderne Variante.  Und natürlich viel einfacher zu handhaben und zu blasen - "leider", sagen manche.....

Foto unten:  Nochmals Jethro, der Flaggenverkäufer.

Mittwoch, 9. Juni 2010

NOCH 2 TAGE BIS ZUM ANPFIFF!!




Foto oben links:  Vera's Oma kam einst aus Deutschland.
Klar, für welche Mannschaft man die Vuvusela bläst! 
Foto oben rechts:  Canna Confetti                                  
Foto unten:  Flaggenparade an einer Gartenmauer.