Montag, 27. Dezember 2010

DIE ZEIT ZWISCHEN DEN JAHREN

 Die Hektik der Vorweihnachtszeit ist Vergangenheit. Auch Mütter und geschäftige Hausfrauen dürfen sich nun etwas Entspannung leisten – nach Möglichkeit am (und im) eigenen Schwimmbecken. Laut Statistik hat Johannesburg die weltweit größte Anzahl privater Swimming-Pools; ich vermute, dicht gefolgt von Pretoria....

Teerose "Madiba"


Zum Abendessen legt man schnell ein paar Würstchen oder Fleischstücke auf den gemauerten Grill.

Ein solches „Braaivleis“ gehört  zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Südafrikaner und ist fester Bestandteil ihrer Kultur.   Gegrillt wird zu jeder Jahreszeit.



Welche Farbe wollen wir nehmen?
Vielleicht sind die entfernt lebenden Großeltern auf Besuch gekommen. Überfüllte Autobahnen und genervtes Personal in den Urlaubshochburgen wollten sie ebenfalls vermeiden. Und so hat man sich auf einige geruhsame Tage in der Stadt eingestellt, die ohnehin fast ländliche Züge angenommen hat: Es fehlen die üblichen Staus an den Kreuzungen, die Hupkonzerte der Sammeltaxen, die waghalsigen Überholmanöver. Entspannt erreicht die Autofahrerin ihr Ziel – vielleicht einen städtischen Park zum Picknicken. Oder eines der zahlreichen Einkaufszentren – keine schlechte Wahl an einem vor Hitze flimmernden Gautenger Sommertag!


Diese „Malls“ sind kundenfreundlich angelegt – d.h., man findet in regelmäßigen Abständen Bänke, Sofas (!) oder auch den Rand eines Springbrunnens zum Ausruhen. Und kann dabei vielleicht zusehen, wie eine wunderschöne Fee das willig dargebotene Gesicht der kleinen Enkelin mit gaukelnden Schmetterlingen oder kunstvollen Schnörkeln verziert.  Diese Geduld hätte man dem kleinen Wildfang gar nicht zugetraut...

Freitag, 24. Dezember 2010

WEIHNACHTSGRÜSSE

                              
Ich wünsche allen meinen Lesern , ob solo oder mit Familie, ein friedliches, besinnliches Weihnachtsfest
mit vielen Momenter echter Freude - auch wenn es sich nur um einen freundlichen Telefonanruf handelt - sowie Gottes Segen für das neue Jahr!

Clara

P.S.  So sah es bei uns letztes Weihnachten aus.


Wer traurig ist, möge es mit Peter Rosegger halten:

     Wenn Du recht schwer betrübt bist, daß Du meinst, kein Mensch auf der Welt könne Dich trösten, so tue jemand etwas Gutes, und gleich wird's besser sein.

(Diesen Spruch hatte mir einst eine Lehrerin in mein Poesiealbum geschrieben.  Im Laufe der Jahre wurde er zu meinem Lebensmotto.  Ich kann daher aus Erfahrung sagen:  Er funktioniert!)

Mittwoch, 22. Dezember 2010

EIN GESCHENK IN LETZTER MINUTE...

In zwei Tagen ist Heiligabend! Fehlt noch ein kleines Geschenk oder Mitbringsel? Wie wäre es mit einem selbst hergestellten Cappuccino-Likör?


Er schmeckt einfach wunderbar! Und die Zutaten haben Sie vielleicht sogar auf Vorrat im Haus. Ansonsten ist nur ein wenig Geduld und Zeit erforderlich; tatsächlich – nur ein bißchen.

Zutaten

3 Stückchen* weiße Schokolade
1 Stück Milchschokolade
90 g Zucker
30 ml verschlagenes Ei**
200 g Sahne
30 ml (2 Eßlöffel) frisch aufgebrühter, starker Kaffee
125 g Whiskey

Und so geht’s:

100 ml Sahne abmessen. Schokolade und Zucker bei mäßiger Hitze und unter ständigem Rühren in der Eier-Sahne-Masse schmelzen lassen. Restliche Sahne, Whiskey und den Kaffee zugießen. Und nun kommt der geduldige Teil: So lange weiterrühren, bis die Flüssigkeit BEGINNT, etwas dickflüssiger zu werden. Dann sofort von der Herdplatte nehmen. Nicht kochen lassen! (Hin und wieder die Flüssigkeit über einen Löffelrücken rinnen lassen. So erkennt man, wie sich die Konsistenz verändert).***

*     Gemeint sind die kleinen Vierecke (meist vier pro Reihe)
**   Da Eier in verschiedenen Größen erhältlich sind, ist die Angabe in ml zuverlässiger
*** Wer einen Koch-Thermometer besitzt, muß lediglich darauf achten, daß die Temperatur nicht höher klettert als 90°C.

Gutes Gelingen!

Fotos:
1 - Die Blütenfarbe dieser Canna reichen von zartem Gelb bis hin zu Aprikose. 
2 - Minka beim Ausspannen.  Ist ja auch zu strapaziös, der Katzenalltag....
3 - Hibiskus























Sonntag, 19. Dezember 2010

GARDINENPREDIGT

In Südwestdeutschland, meiner Heimat, würde man dazu sagen: "Jemandem die Leviten lesen." Dies passierte mir gestern Abend.

Als wir vor einigen Jahren Zimbabwe verließen, da blieb der freundschaftliche Kontakt zu unserer Kindergärtnerin dort bestehen. Zunächst über Briefe; manchmal wurden auch kleine Päckchen versandt - die ältere Dame liebte Belgische Schokolade über alles! 

Später holte der in Südafrika lebende Sohn die Mutter in seine Nähe, in ein Altersheim in Johannesburg, und somit wurde es auch für uns möglich, ihr hin und wieder einen Besuch abzustatten.

Seit dem Heimgang unserer Tochter erhalte ich im Rhythmus von etwa drei Wochen einen tröstlichen Telefonanruf von der betagten Lehrerin.  Meist erinnert sie mich an die Jahre in Zimbabwe und daran, daß ich eine ihrer „besten Mamas“ war.

Der gestrige Anruf gestaltete sich anders als erwartet und begann wie folgt: „...was mir seit unserem letzten Gespräch auf der Seele lastet....Sie haben gesagt, dieses Jahr gäbe es kein Weihnachten für Sie. Also – das geht nicht! Sie müssen doch das Christuskind willkommen heißen! Wissen Sie noch, wie Sie damals in Zimbabwe die Wohnung geschmückt, Kekse und Kuchen und Lebkuchenhäuschen gebacken haben? So, und am Montag fangen Sie damit an! Wäre dies möglich, dann würde unser Mädchen Ihnen das gleiche sagen!“

Yes, Ma’am! Der Anruft ließ mich etwas sprachlos, aber die mütterliche Frau hatte ja recht...



Zwar kann ich mich trotzdem nicht dazu aufraffen, die Kartons mit Weihnachtsschmuck auszupacken - aber die Hefte mit den Backrezepten habe ich mal hervorgeholt...

Samstag, 18. Dezember 2010

STANLEY

Wenn sich die professionelle Arbeitswelt zur großen Ruhepause zurückzieht, beginnt für Stanley die Hochsaison.

Der stolze Zulu ist Anstreicher und „Handyman“, was soviel bedeutet wie „Mädchen für alles.“ Auf diese Bezeichnung legt er  großen Wert, denn man soll wissen: Gilt es eine Dachrinne zu reparieren, tropft der Wasserhahn oder klemmt die Tür – Stanley bringt es wieder in Ordnung.

Seine Kunden findet er auf den Parkplätzen der zahlreichen Einkaufszentren, und er geht dabei recht geschickt vor. Sein Auftreten ist zurückhaltend, würdevoll.  Einen Abstand von ein oder zwei Schritten einhaltend, stellt er sich höflich einer Autofahrerin vor, die gerade ihren Wagen geparkt hat – oder dabei ist, einzusteigen. Besonders gerne wendet sich Stanley an die älteren Damen; weiß man doch, daß hier manchmal der Mann im Haus fehlt!

Wenn er auch auf einem Auge blind ist – der alte Herr ist erstaunlich rüstig. Hin und wieder begegne ich ihm auf einem Parkplatz. Dann freut er sich, wenn ich mich an seinen Namen erinnere, und auch daran, daß er ein Handyman ist.

Mit dem heutigen Tag ist er zufrieden. Soeben hat er den Auftrag erhalten, ein Hausdach gegen die Nässe abzudichten!

 
 
 








Bougainville-Blüte




Canna Confetti -  
So prächtig blühte sie!  Dannach kam ein zweitägiger, flutartiger  Dauerregen, und nun hängen die Blütenblätter zerfledert auf den Stängeln...








Mittwoch, 15. Dezember 2010

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (2)

Während seiner sieben Jahre in Deutschland hatte meine südafrikanische Ehehälfte völlig vergessen: Nicht nur die Lerninstitute schließen ihre Pforten. Auch die Arbeitswelt steht still.

Nun ja - zumindest offiziell. Denn wer renovieren möchte, hat vorgesorgt. Baumaterial etc. wurde schon vor Wochen besorgt - schon im November können Engpässe auftreten – und um Handwerker oder Helfer hat man sich ebenfalls gekümmert.

Denn mit Beginn der Schulferien entlassen auch Großhandelslager, Fabriken und Fertigungsbetriebe aller Art ihre Belegschaft in den wohlverdienten Jahresurlaub. Wer Dienstpersonal oder Gartenhelfer beschäftigt, muß nun einige Wochen ohne deren Hilfe auskommen (oder sich ebenfalls frühzeitig eine Vertretung suchen); die Männer und Frauen wollen nun Zeit mit ihren Familien auf dem Land verbringen.

Man selbst hat natürlich ebenfalls Urlaubspläne. Beliebt ist ein Aufenthalt im Kapgebiet, oder an der Küste des Indischen Ozeans. Oder es werden Verwandte aus Übersee erwartet, und Sohn oder Tochter – schon lange in Kanada oder Australien ansäßig – kommen mit ihren Familien auf Besuch.

Übrigens – das neue Zimmer entstand dann an den Wochenenden und Feiertagen des neuen Jahres.

Foto: Die Hausfrau hatte ihre Perle Martha in den nahen Supermarkt geschickt, um die Tageszeitung zu kaufen. Das Säckchen mit Flaschenkürbissen war ein gutes Angebot; Martha kaufte es für ihre eigene Familie in Mamelodi. (Trabantenstadt bei Pretoria).

Foto oben:
Weißer Agapanthus

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (1)

So geschehen vor einigen Jahren...

Die Großen Ferien standen vor der Tür. Auch die Firma, bei der mein Mann beschäftigt war, würde wie üblich ihre Tore schließen.

Während der kommenden Ferienzeit sollte ein Projekt in Angriff genommen werden, das jedem Familienmitglied am Herzen lag: Wir benötigten dringend ein zusätzliches Zimmer. Die Pläne waren fertiggestellt, die Einkaufslisten geschrieben.


Wartet auf brave Jungs und Mädchen:  Weihnachtsmann in einem Kaufhaus.


Bereits am Morgen des ersten Urlaubstages machte sich unser Haushaltsvorstand auf den Weg, um die verschiedenen Baumaterialien zu besorgen. Sein erstes Ziel war ein Baumarkt in Johannesburg, bekannt für ein gut sortiertes Lager.  Außerdem wollte er Fachgeschäfte in Pretoria und Umgebung aufsuchen.  Mit seiner Rückkehr war erst am Spätnachmittag zu rechnen.

Jedoch – schon um die Mittagszeit verkündete Leila’s Bellen: Herrchen ist wieder da!

Oh nein - gab es wieder einmal Probleme mit unserem hochbetagten Pick-up?
Ich lief zur Einfahrt. Auf der Ladefläche lagen nur wenige Einkäufe – dagegen eine große Enttäuschung auf dem Gesicht des Fahrers.

Was war passiert?

Jener Baumarkt in Johannesburg, sowie einige der Adressen in Pretoria, hatten geschlossen –bis Mitte Januar!
(Fortsetzung folgt)

Nicht geschlossen: Ein Fotofachgeschäft. Und mit den Farben der Firma ganz auf Weihnachten eingestellt!

Samstag, 11. Dezember 2010

LEILA'S HUNDELEBEN

     'ne Wurststange hätt' sie mir   mitgebracht, sagt sie.  Das wäre wie eine Wurst - nur gesünder.....


















Die halte ich mir lieber auf Vorrat...








Bloß - wo wäre ein sicheres Versteck?





Ach ja - weiß schon!      

So, verbuddelt!   Meinetwegen - mach' jetzt endlich dein Foto ...(gäähn)!                    



Donnerstag, 9. Dezember 2010

ENDLICH FERIEN (2)

..

.....Ganz im Gegensatz zu Tandi, die sich ebenfalls im ersten Schuljahr befindet. Ihr hübsches kleines Gesicht zeigt stets ein Lächeln! Auch vorhin, als sie am Tor stand, um mir eine selbstgebastelte Weihnachtskarte zu überreichen!

(P.S. In meinem Beitrag vom Juni „die WM beginnt“, bläst Tandi die Vuvuzela)



















ENDLICH FERIEN

Große Ferien! Wer konnte sich einst der Magie dieser beiden Worte entziehen? Sie zauberten Bilder von weißem Sand, Sonnenschein, Abenteuern, und verbannten den lästigen Schulalltag in weiteste Ferne...

Diese „schönste Zeit des Jahres“ beginnt in Südafrika Anfang Dezember. Schüler und Schülerinnen erwarten diese Zeit auch deshalb so sehnsüchtig, weil damit die arbeitsreichen, zermürbenden Wochen der letzten Zeit zu Ende sind:  In allen Fächern waren Klassenarbeiten zu schreiben (die sog. „Tests), die wesentlich zur Zeugnisnote beitragen. Denn das Ende des Kalenderjahres bedeutet gleichzeitig Abschluß des Schuljahres.

Allerdings – für die Zwölftklässler beginnt nun ein banges Warten. Sie schrieben in diesen Wochen „die Matrik“, den in Südafrika üblichen Schulabschluß.  Sie ist mit der Mittleren Reife vergleichbar.  Erst nach Weihnachten werden die jungen Leute erfahren, ob sie diese wichtige Abschlußprüfung bestanden haben – und mit welcher Note!

Für unsere Nachbarskinder hat es damit noch reichlich Zeit. Die schulfreien Wochen, die auf sie warten, sehen sie als ein großes Glück an! Man freut sich auf viel Zeit zum Spielen und das Wiedersehen von befreundeten Kindern.

Ich war im Garten, als der blaue Minibus eine gutgelaunte Ntuli entließ.  Etwa zur gleichen Zeit kehrten Samuel und sein kleiner Bruder von der Schule zurück. (Ein Foto? Ja, gerne....) Das Auto der Mutter ist stets gut besetzt; beginnt man die kleinen Köpfe darin zu zählen, dann ist man überrascht von der Kapazität des Kleinwagens.....


Sibeki hatte zwar nichts gegen ein Foto einzuwenden – aber Schule mag er nicht! Auch die Erinnerung an die bevorstehenden Ferien vermochten ihn nicht aufzuheitern.

(P.S.  -  Problem mit dem Ordnen der Fotos - Tandi's Geschenk stelle ich deshalb anschließend in einem Mini-Beitrag vor. )



Freitag, 3. Dezember 2010

ADVENTSZEIT

Mein erster Heiligabend in Südafrika fand am Swimming Pool statt. Eine Arbeitskollegin hatte zur „Poolparty“ eingeladen, also einer Festlichkeit am Schwimmbecken! Die kleine Gruppe deutschsprachiger Emigranten, die sich im Verlauf des vergangenen Jahres zusammengefunden hatte, fand dies zwar sehr exotisch -  aber ganz und gar „unweihnachtlich“!


Im Laufe der Jahre gewöhnte man sich – eher widerwillig - daran, daß der Advent nun einmal in die heißeste Zeit des Jahres fällt. Keine günstige Voraussetzung für den gewohnten und geliebten Adventsschmuck! Mühsam ergatterte Fichtenzweige nadelten schon nach zwei oder drei Tagen, und die schlanken Kerzen nahmen bald eine Schräglage an. Man erhielt diverse Tipps von den „Eingesessenen“, wie man solchen Pannen vorbeugen konnte. Dazu gehörte z.B., die ohnehin dürftigen Zweige gründlich mit Haarspray einzusprühen. Auf diese Weise würde einem vorzeitigen Nadellassen vorgebeugt.

Von diesem Vorschlag machte ich nur ein einziges Mal Gebrauch. Es sollte doch nach Wald und Nadelbäumen duften – nicht nach einem Frisörladen!

Und irgendwann begann ich, die Wohnung mit den Blumen, Gräsern und Zweigen des Gartens zu schmücken. Das Angebot war reichlich – schließlich war ja Sommer!

In diesem Jahr ist der Neuwuchs an einer der Akazien besonders gut für Gestecke geeignet: Die Blätter (Wedel?) zeigen ein vollständiges, ebenmäßiges Oval; nur selten weisen die Nadelreihen Lücken auf. Die jungen Zweige sind biegsam und geschmeidig; es ist einfach, damit zu arbeiten.

Foto: Canna „Confetti“, eine Blüte des Canary Creepers (Senecio tamoides), sowie junge Triebe des Chlorophytum auf Akazienzweigen. Die grünen Kugeln sind die Samenstände einer alten Hecke.

P.S. Für ein solches Gebinde ist etwas Steckmoos notwendig, denn auch die Akazienblätter würden welken ohne Wasser.