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Sonntag, 22. Januar 2012

HIGHVELD SOMMER (2)



...und für die Highveld Gärtnerin bedeutet der Januar natürlich Höhepunkt ihres Gartenjahres - Erntezeit!


Dem ungarischen Paprika fehlt noch etwas Sonne -
dann ist die Färbung Rot-Orange
 In diesen Wochen ist ein Bummel durch mein Gemüsegärtchen
 Höhepunkt eines Gartentages. Spätnachmittags, wenn die Hitze zu weichen beginnt, wähle ich mit Muße das Gemüse für das Abendessen.


Die mit braunem Kies bestreuten Pfade sind nur kurz, und die Auswahl der Früchte eher bescheiden - entsprechend der Größe des Gärtchens eben - jedoch kommen Augen, Ohren und Nase durchaus auf ihre Kosten:

Peppadews, eine Art von Mini-Paprika

Fleißige Bienen besuchen noch immer die niedlichen Blüten der Kap-Stachelbeeren; zwei vorwitzige Vertreter jener Vogelschar, die in der großen Palme nistet, picken ungerührt weiterhin Samen aus den hohen Canna-Stauden, und auf der Telefonleitung über mir wartet ein Grauer Lourie ungeduldig darauf, daß ich endlich den 'Abflug' mache - er möchte sich jene Salatsorte doch etwas näher ansehen....

Corazon ist eine Tomatensorte von Pötschke
(vormerken, liebe Helga, der Geschmack ist tatsächlich
ausgezeichnet!)

Die laue Luft ist erfüllt von dem frischen Zitronenduft der Zitronen-Verbene (Aloysia triphylla).







Besonders reichlich fällt meine diesjährige Ernte nicht aus, denn mit dem vielen Regen stellten sich zunehmend 'Mitesser' ein; verschiedene Käfer und natürlich Schnecken!

Ganz besonders freue ich mich über die Handvoll Erdbeeren, die alle paar Tage zusammenkommt - gerade ausreichend für zwei Gläser Erdbeermilch zum Nachtisch.







Dienstag, 17. Januar 2012

HIGHVELD SOMMER (1)


Auf dem 'Highveld', jener Hochebene, die einen Großteil der Provinz Gauteng ausmacht, beginnt der Hochsommer mit dem Monat Januar.

In den Privatschulen begann der Unterricht bereits vor einigen Tagen; die staatlichen öffnen morgen wieder ihre Tore.



(Beide Schulsysteme weisen zum Jahresende etwa die gleiche Anzahl an Ferientagen auf.)

Auch die Einkaufszentren bieten nun wieder das gewohnte Bild von Geschäftigkeit und Hektik.










Auffallend in diesen Tagen sind die vielen Kinder, die
gestresst wirkenden Müttern hinterher eilen. Viele zukünftige Erstklässler sind darunter, leicht zu erkennen an den forschenden, fast faszinierten Blicken, mit denen sie die diversen Schulartikel auf bunten Regalen in Augenschein nehmen.

 Ein kleines Mädchen, einschließlich ihrer modischen Römersandalen ganz in rosarot gekleidet, schaut ernsthaft und mit runden Kulleraugen hoch zu ihrer Mama - eine wichtige
Angelegenheit,diese Einkäufe!

 Die junge Frau studiert einen dichtbeschriebenen Zettel, der schon etwas mitgenommen aussieht.


"...Puzzle, 16-teilig.." murmelt sie. "Honey, schau doch einmal, ob Du die Puzzles finden kannst! Aber bleibe in meiner Nähe, hörst Du?"


Meine Bauhinia überraschte mich heute morgen mit einer Blüte -
der Baum ist ein Frühlingsblüher!


Meine Gedanken kehren zurück zum Januar des vergangenen Jahres - Schulanfang für die kleine Manzi! ( s. "Manzi geht zur Schule", Januar 2010) An die lange Liste der Schulsachen, die das kleine Mädchen gleich am ersten Tag vorzuweisen hatte, kann ich mich noch sehr gut erinnern. Auch daran, daß wir den aufgelisteten Schonbezug für die Rückenlehne ihres Stuhls einfach nicht finden konnten...

Samstag, 15. Januar 2011

PFLEGEKIND GESUCHT


Marshmellow-Canna

Normalerweise kann man an einem Gautenger Sommertag die folgende Wettersituation erwarten:
 Spätnachmittag. Am Hoizont türmen sich Wolken auf und überziehen innerhalb kürzester Zeit den makellosen Sommerhimmel. Blitze und Donner stellen sich ein; das Sommergewitter nimmt seinen Lauf. Nach zwei oder drei Stunden lichtet sich die Wolkendecke; die ersten Sterne werden sichtbar.



Am nächsten Morgen strahlt die Sonne wieder von einem makellosen Himmel. Die Welt sieht wie frisch gewaschen aus. Der Tag kann beginnen

Schmetterlingsblume (Gaura lindheimeri)

Wie gesagt – dies wäre unser ‚normales’ Sommerwetter. Nicht so in diesem Jahr. Dieser Sommer ist zweifellos der regenreichste seit unserer Ankunft in Pretoria vor einigen Jahren! Der Regen bzw. das Gewitter wird oft von heftigen Stürmen begleitet. Und so ist es nicht verwunderlich, daß wir nach einem solchen Sturm regelmäßig Vogelnester am Boden finden. Und hin und wieder auch ein Vogelbaby.

Dies war auch kürzlich wieder der Fall. Ob der Sturm das Küken vom Baum geworfen oder seine Eltern es verstoßen hatten, weil es nicht ganz gesund war – wer wollte das wissen?


Mein Mann erwischte das Vogelkind vor unserer Minka. Und nun begann eine fast beispiellose Pflege: Ein Vogeldoktor wurde gesucht und gefunden. Als ich meinen Staubwedel aus weichen Straußenfedern vermißte, entdeckte ich ihn – im Karton des Vögelchens! Er simulierte dort den wärmenden Körper der Vogeleltern.

Alle vier Stunden war das Baby zu füttern. Mein Mann ging kein Risiko ein – der Karton hatte einen festen Platz neben seinem Schreibtisch. Und als er zu einem entfernt liegenden Stück Land reisen mußte, da fuhr sein Pflegekind mit!


Plumbago

Schon wenige Stunden nach seiner Ankunft bei uns ließ das Vogelbaby ein entzücktes
"Tschirp-Tschirp!“ vernehmen, sobald es die Stimme meines Mannes hörte. Was diesen außerorderlich freute. Ja – ich weiß nicht, wer in jener Zeit glücklicher war: Pflegekind oder Pflegevater? Hier war ein Küken, das ihn brauchte. Denn seinem eigenen – unserer Illana – hatte er ja leider nicht helfen können....

Leider hat diese Geschichte kein Happy-Ende. Der Tierarzt sollte recht behalten – trotz bester Pflege starb das Vogelkind. Aber wir sind zuversichtlich: Sicher wird wieder einmal eines vom Baum geweht. Denn der nächste Gewittersturm kommt bestimmt.