Sonntag, 15. Mai 2011

DAISY


Unser Katzenfräulein Minka (s. Beitrag gleichen Namens) wird für immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben. Illana liebte sie bedingunslos – genügend Grund für eine solche Sonderstellung.


Daisy’s Situation war weniger beneidenswert. Zusammen mit mehr als 50 anderen Katzen wartete sie in Wetnose, einer Auffangstation für heimat- und herrenlose Tiere, auf ein neues Zuhause.


Als ich meinen Besuch bei Wetnose plante, sah ich mich mit einer älteren Katze nach Hause kommen; einem abgeschobenen, lästigen Tier, vielleicht schon vorgesehen zum Einschläfern! Bei uns würde sie ihre letzten Jahre als integriertes, geliebtes Haustier verbringen können..
Eine gute Bekannte schlug vor, mich zu begleiten.

 Dies war mir willkommen, hatte ich doch den Vorsatz gefaßt,mit nur einer Katze nach Hause zu kommen.

Zuerst einmal waren wir überrascht, wie sorgfältig man auf die Bedürfnisse der Tiere einging

In einem Zwinger befanden sich jeweils zwei, drei oder mehrere Katzen – außerdem ein Kletterbaum oder -gerüst, ( wobei letzteres oft eher einem kleinen Hochbett gleichkam), Verstecke, sowie ein Stuhl mit Kissen oder ein Sessel.

Eine dieser ‚Wohnungen’ fiel besonders ins Auge. Man hatte den Eindruck, als habe eine ältere Dame kurz ihr Zimmer verlassen und würde gleich zurückkehren: Eine verblichene Wolldecke hing über der Lehne eines alten Sessels, davor lag ein abgewetzter Läufer.
Auf meine Frage nach der ältesten Katze führte man uns schließlich zu der sechsjährigen Daisy.

Sie teilte ihren Zwinger mit der dreijährigen Gwen, die eine höchst ungewöhnliche Zeichnung aufwies: In dem fast weißen Fell schimmerten entlang der Flanken hauchzarte, rostfarbene Streifen – so, als hätte man mit einem breiten Farbpinsel ganz sanft darüber gemalt.


Gwen lief sofort auf mich zu – ich sollte in den Zwinger einsteigen -, wogegen Daisy kein großes Interesse an ihrem Besuch zeigte.
Sie hatte in einer oberen Etage geschlafen und kam jetzt langsam die kleine Holzleiter herunter gehüpft. Nachdem ich ihr nur kurz über das hübsche bunte Fell gestrichen hatte, verschwand sie wieder nach oben.

Daisy, erklärte man uns, sei sehr zurückhaltend. Sie habe einem jungen Mädchen gehört das von zu Hause ausgezogen sei aber leider ihre Katze nicht mitnehmen konnte. Die Eltern hätten das Tier nie leiden können und stets eingesperrt. Eines Tages habe der Vater angerufen und gedroht, wenn Wetnose die Katze nicht schnellstens abholen würde, dann bringe er sie um!!

Da war sie, meine abgeschobene, ungeliebte Katze. Aber eigentlich neigte ich nun eher zu der freundlichen Gwen – ein Dilemma, mit dem ich eigentlich gerechnet hatte...




Thea schlug vor, erst einmal einen Kaffee zu trinken. Und dabei beschloß ich, bei dem einmal gefassten Vorsatz zu bleiben. Ich wählte Daisy
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Und das völlig Unerwartete trat ein: Knapp einen Tag nach ihrer Ankunft bei uns folgte sie mir durch das Haus, wagte sich sogar in den Garten (für einige Minuten) so lange ich in ihrer Nähe blieb! Inzwischen besucht sie mich regelmäßig, wenn ich im Garten bin, schnuppert an Pflanzen, ist fasziniert von dem raschelnden Laub unter ihren Pfötchen und hat sogar begonnen, den blitzschnellen kleinen Eidechsen nachzulaufen (der Begriff „Jagen“ wäre hier nicht korrekt...)

Und wenn ich am Computer sitze – wie soeben – dann döst sie bald auf dem Sofa daneben.

Traumatisiert??  Na - da hat wohl irgendwer irgendwen ein wenig verkohlt....  Weiterhin vermute ich, daß ich wohl die gleiche Seife oder das Shampoo wie ihre frühere Herrin benutze. Oder sie sonstwie an sie erinnere.



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Kommentare:

  1. Liebe Clara,
    ach wie schön, ich freue mich so für Daisy. Bei Dir hat sie sicherlich ein wunderschönes und liebevolles zuhause gefunden. Ich wäre sicherlich nicht so tapfer wie Du gewesen - sondern wäre bestimmt mit beiden Katzen nach Hause gegangen ;-). Ich wünsche Euch beiden eine schöne Zeit zusammen. Liebe Grüße aus Deutschland sendet Dir Gartenliesel

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  2. Hallo Clara, ich hätte sicher auch beide Katzen mitgenommen. Deine Schilderung zeigt aber, dass ihr beide auf dem besten Wege seid, ein Herz und eine Seele zu werden. Alles Gute für euch beide und liebe Grüße Helga

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