Mittwoch, 13. April 2011

EINE REISE VON KAPSTADT NACH PRETORIA (4)

Kurz nach der Überquerung des Oranje entdecken wir ein Hinweisschild auf den Gariep-Damm, einen Staudamm des Flusses. Sollen wir....? Vor uns liegen noch sechs Stunden Autofahrt; ein Großteil dieser Strecke führt durch die bereits beschriebene Free State Landschaft. Und das kleine Erlebnis ‚Colesberg’ hat uns ein wenig in Entdeckerlaune versetzt..

Wir nehmen die angekündigte Abfahrt. Und wieder einmal werden wir daran erinnert, wie unverhofft und rasch sich hier die Szenerie ändert. Zwei oder drei kleine Hügel lassen wir hinter uns, und schon dehnt sich das gewaltige Staudammbecken vor uns aus. Zweifellos haben die kräftigen Regenfälle vergangener Monate zu diesen Ausmaßen beigetragen! Jedoch, an diesem grandiosen Panorama wird auch ein gesunkener Wasserpegel nichts ändern.

Entlang einem Berghang führt eine schmale Straße zur Mauer des Damms. Nach einer Kurve taucht auf der Bergkuppe über uns unverhofft ein Gebäude auf, entzieht sich dann wieder unserem Blick – vielleicht ein Hotel? Die Aussicht von dort oben müsste großartig sein....

Die steile Auffahrt ist schnell entdeckt; ebenso geschwind erreichen wir das Hotelgelände – wir hatten einen längeren Weg erwartet. Zur Rezeption geht es links weiter - aber wir folgen einem kleinen Pfad, der zur Terasse zu führen scheint – und befinden uns unverhofft am Eingang eines Speisesaals. Ein junger Mann in adretter Kellneruniform eilt uns diensteifrig entgegen. Einen Kaffee auf unserer Terrasse? Aber selbstverständlich!

Wir folgen dem kleinen Herrn, vorbei an weißgedeckten Tischen. Wahrschein-   lich erwartet man erst für den Abend Gäste. Die Luft des großflächigen Raums ist von einem zarten Blütenduft erfüllt, und instinktiv beuge ich mich vor, um an einem der zahlreichen Liliensträuße zu schnuppern..... „Sie lieben die Madonnenlilien ebenfalls, Madame?“ Der Kellner hat sich umgedreht. „Sie sind unser bevorzugter Blumenschmuck!“ Schon stehen wir auf der sonnenüberfluteten Terrasse. Herrlich! Ja, diese Art von Aussicht hatten wir uns erhofft!

Blau schimmern das Gebirge am fernen Horizont, und hinter jenen Bergen ist ein Stück des jungen Verlaufs des Oranje zu erkennen. Auf der glitzernden Wasserfläche zu Füßen unseres Berghangs leuchten weiße Jachten und Boote.

Mein Mann bestellt Kaffee und Kuchen, ich möchte einen Eiskaffee. Während wir auf unsere Bestellung warten, werden wir uns der Stille bewußt, die uns umgibt. Eine Stille, nur hin und wieder durchbrochen von übermütigem Vogelgezwitscher: Offensichtlich nisten Schwalben in diesem Steilhang, oder aber die Schwärme sammeln sich für den weiten Trek nach Norden.Und es scheint, als wollten sie uns mit ihren Luftakrobatik die Zeit vertreiben.

Es war eine gute Idee, diesen Abstecher zu wagen,.

 Am späten Abend erreichen wir Pretoria; wir sind wieder Zuhause. Es war notwendig, daß die Rückkehr von Kapstadt zügig vonstatten ging. Aber ein bißchen schade war es schon...

N.B Link für jenes Hotel: www.destijl.co.za/

Kommentare:

  1. Danke für die tollen Fotos, liebe Clara. So kommt man ohne Probleme selbst ein Stückchen in der Welt herum. Ich hätte nie gedacht, dass beide Städte so weit voneinander entfernt liegen.
    Liebe Grüße Helga

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  2. Was für eine schöne Reisebeschreibung. Man fühlte sich richtig mit dabei.

    Lieben Gruß
    Sigrid

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