Dienstag, 15. Februar 2011

AUSSERIRDISCHE UND EINDRINGLINGE

Unter der großen Strelitzie am Tor hat sich ein Wandel-     röschen eingefunden. Blätter und Blüten streifen sanft über die Fahrerseite des Autos beim Verlassen des Grundstücks, und etwas von dem typischen Duft des Strauchs – er erinnert an Brombeeren – erreicht auch das Wageninnere. Ganz so, als würde das Wandelröschen mir hinterherrufen: „Tschüß, bis nachher!“


So wie die Jakarandas stehen auch die Lantanas – so die lateinische Bezeichnung – auf der Liste der unerwünschten Pflanzen Südafrikas. Man wirft ihnen vor, daß sie keine natürlichen Feinde haben, ihre Samen zu langlebig und mittels Wind und Vögeln verbreitet werden (wie sonst??) – und ähnlich absurde Anklagen, damit man ihnen das Schreckenswort „Aliens –also Außerirdische oder Fremdländische“ oder „Invaders – Eindringlinge“ anhängen darf.


Steht nicht auf der Liste: Kletterrose Panerosa
 Es ist einige Jahre her, seit mir in einem Gartenmagazin diese Bezeichnung zum ersten Mal auffiel. In Gedanken sah ich agressive, starkwüchsige Gewächse vor mir, die meinen gehegten und umsorgten Stauden und Sträuchern den Lebensraum streitig machen würden – vielleicht durch ein diabolisches Wurzelgeflecht, das in kurzer Zeit meinen Gartenboden durchdringen würde? Oder durch rassantes Wachstum, meinen Pflanzen Licht und Luft verwehrend?

Nichts von alledem war der Fall, wie sich herausstellte. Daumen und Zeigefinger genügen – und das kriminelle Solanum mauritianum, z.B. – ebenfalls auf „der Liste“ stehend - hat sein Leben eingebüßt. Auch wenn ich das Pflänzchen das Babyalter hinter sich haben, genügt immer noch ein kurzes, festes Zupacken, und das Solanum ist entwurzelt - die Gefahr gebannt! Dagegen bereitet mir das ‚echt südafrikanische’ Unkraut viel mehr Arbeit.

Und so darf auch die Lantana, meine duftende Torwächterin, gerne im Garten wohnen bleiben.







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