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Mittwoch, 15. Dezember 2010

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (2)

Während seiner sieben Jahre in Deutschland hatte meine südafrikanische Ehehälfte völlig vergessen: Nicht nur die Lerninstitute schließen ihre Pforten. Auch die Arbeitswelt steht still.

Nun ja - zumindest offiziell. Denn wer renovieren möchte, hat vorgesorgt. Baumaterial etc. wurde schon vor Wochen besorgt - schon im November können Engpässe auftreten – und um Handwerker oder Helfer hat man sich ebenfalls gekümmert.

Denn mit Beginn der Schulferien entlassen auch Großhandelslager, Fabriken und Fertigungsbetriebe aller Art ihre Belegschaft in den wohlverdienten Jahresurlaub. Wer Dienstpersonal oder Gartenhelfer beschäftigt, muß nun einige Wochen ohne deren Hilfe auskommen (oder sich ebenfalls frühzeitig eine Vertretung suchen); die Männer und Frauen wollen nun Zeit mit ihren Familien auf dem Land verbringen.

Man selbst hat natürlich ebenfalls Urlaubspläne. Beliebt ist ein Aufenthalt im Kapgebiet, oder an der Küste des Indischen Ozeans. Oder es werden Verwandte aus Übersee erwartet, und Sohn oder Tochter – schon lange in Kanada oder Australien ansäßig – kommen mit ihren Familien auf Besuch.

Übrigens – das neue Zimmer entstand dann an den Wochenenden und Feiertagen des neuen Jahres.

Foto: Die Hausfrau hatte ihre Perle Martha in den nahen Supermarkt geschickt, um die Tageszeitung zu kaufen. Das Säckchen mit Flaschenkürbissen war ein gutes Angebot; Martha kaufte es für ihre eigene Familie in Mamelodi. (Trabantenstadt bei Pretoria).

Foto oben:
Weißer Agapanthus

DAS VERHINDERTE FERIENPROJEKT (1)

So geschehen vor einigen Jahren...

Die Großen Ferien standen vor der Tür. Auch die Firma, bei der mein Mann beschäftigt war, würde wie üblich ihre Tore schließen.

Während der kommenden Ferienzeit sollte ein Projekt in Angriff genommen werden, das jedem Familienmitglied am Herzen lag: Wir benötigten dringend ein zusätzliches Zimmer. Die Pläne waren fertiggestellt, die Einkaufslisten geschrieben.


Wartet auf brave Jungs und Mädchen:  Weihnachtsmann in einem Kaufhaus.


Bereits am Morgen des ersten Urlaubstages machte sich unser Haushaltsvorstand auf den Weg, um die verschiedenen Baumaterialien zu besorgen. Sein erstes Ziel war ein Baumarkt in Johannesburg, bekannt für ein gut sortiertes Lager.  Außerdem wollte er Fachgeschäfte in Pretoria und Umgebung aufsuchen.  Mit seiner Rückkehr war erst am Spätnachmittag zu rechnen.

Jedoch – schon um die Mittagszeit verkündete Leila’s Bellen: Herrchen ist wieder da!

Oh nein - gab es wieder einmal Probleme mit unserem hochbetagten Pick-up?
Ich lief zur Einfahrt. Auf der Ladefläche lagen nur wenige Einkäufe – dagegen eine große Enttäuschung auf dem Gesicht des Fahrers.

Was war passiert?

Jener Baumarkt in Johannesburg, sowie einige der Adressen in Pretoria, hatten geschlossen –bis Mitte Januar!
(Fortsetzung folgt)

Nicht geschlossen: Ein Fotofachgeschäft. Und mit den Farben der Firma ganz auf Weihnachten eingestellt!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

ENDLICH FERIEN

Große Ferien! Wer konnte sich einst der Magie dieser beiden Worte entziehen? Sie zauberten Bilder von weißem Sand, Sonnenschein, Abenteuern, und verbannten den lästigen Schulalltag in weiteste Ferne...

Diese „schönste Zeit des Jahres“ beginnt in Südafrika Anfang Dezember. Schüler und Schülerinnen erwarten diese Zeit auch deshalb so sehnsüchtig, weil damit die arbeitsreichen, zermürbenden Wochen der letzten Zeit zu Ende sind:  In allen Fächern waren Klassenarbeiten zu schreiben (die sog. „Tests), die wesentlich zur Zeugnisnote beitragen. Denn das Ende des Kalenderjahres bedeutet gleichzeitig Abschluß des Schuljahres.

Allerdings – für die Zwölftklässler beginnt nun ein banges Warten. Sie schrieben in diesen Wochen „die Matrik“, den in Südafrika üblichen Schulabschluß.  Sie ist mit der Mittleren Reife vergleichbar.  Erst nach Weihnachten werden die jungen Leute erfahren, ob sie diese wichtige Abschlußprüfung bestanden haben – und mit welcher Note!

Für unsere Nachbarskinder hat es damit noch reichlich Zeit. Die schulfreien Wochen, die auf sie warten, sehen sie als ein großes Glück an! Man freut sich auf viel Zeit zum Spielen und das Wiedersehen von befreundeten Kindern.

Ich war im Garten, als der blaue Minibus eine gutgelaunte Ntuli entließ.  Etwa zur gleichen Zeit kehrten Samuel und sein kleiner Bruder von der Schule zurück. (Ein Foto? Ja, gerne....) Das Auto der Mutter ist stets gut besetzt; beginnt man die kleinen Köpfe darin zu zählen, dann ist man überrascht von der Kapazität des Kleinwagens.....


Sibeki hatte zwar nichts gegen ein Foto einzuwenden – aber Schule mag er nicht! Auch die Erinnerung an die bevorstehenden Ferien vermochten ihn nicht aufzuheitern.

(P.S.  -  Problem mit dem Ordnen der Fotos - Tandi's Geschenk stelle ich deshalb anschließend in einem Mini-Beitrag vor. )