Seiten

Posts mit dem Label Zimbabwe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zimbabwe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Dezember 2010

GARDINENPREDIGT

In Südwestdeutschland, meiner Heimat, würde man dazu sagen: "Jemandem die Leviten lesen." Dies passierte mir gestern Abend.

Als wir vor einigen Jahren Zimbabwe verließen, da blieb der freundschaftliche Kontakt zu unserer Kindergärtnerin dort bestehen. Zunächst über Briefe; manchmal wurden auch kleine Päckchen versandt - die ältere Dame liebte Belgische Schokolade über alles! 

Später holte der in Südafrika lebende Sohn die Mutter in seine Nähe, in ein Altersheim in Johannesburg, und somit wurde es auch für uns möglich, ihr hin und wieder einen Besuch abzustatten.

Seit dem Heimgang unserer Tochter erhalte ich im Rhythmus von etwa drei Wochen einen tröstlichen Telefonanruf von der betagten Lehrerin.  Meist erinnert sie mich an die Jahre in Zimbabwe und daran, daß ich eine ihrer „besten Mamas“ war.

Der gestrige Anruf gestaltete sich anders als erwartet und begann wie folgt: „...was mir seit unserem letzten Gespräch auf der Seele lastet....Sie haben gesagt, dieses Jahr gäbe es kein Weihnachten für Sie. Also – das geht nicht! Sie müssen doch das Christuskind willkommen heißen! Wissen Sie noch, wie Sie damals in Zimbabwe die Wohnung geschmückt, Kekse und Kuchen und Lebkuchenhäuschen gebacken haben? So, und am Montag fangen Sie damit an! Wäre dies möglich, dann würde unser Mädchen Ihnen das gleiche sagen!“

Yes, Ma’am! Der Anruft ließ mich etwas sprachlos, aber die mütterliche Frau hatte ja recht...



Zwar kann ich mich trotzdem nicht dazu aufraffen, die Kartons mit Weihnachtsschmuck auszupacken - aber die Hefte mit den Backrezepten habe ich mal hervorgeholt...